Zahlen, Fakten, Daten im Hotel- und Gastgewerbe

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz führte 2010 eine Erhebung im Gastgewerbe durch. In diesem Jahr waren 180.964 Menschen, (Frauen 59,3%, Männer 40,6%) im Gastgewerbe/- Beherbergung und Gastronomie beschäftigt (Quelle: Hauptverband der SV).


Die Arbeit in dieser Branche stellt hohe körperliche und psychische Anforderungen und führt häufig zu gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen. Die Erkrankungshäufigkeit liegt in dieser Branche unter dem Wert für alle Wirtschaftsklassen, die Dauer des Krankenstandes ist jedoch durchschnittlich zwei Tage länger. Die Karrieremöglichkeiten sind eingeschränkt und die Fluktuation hoch: Die durchschnittliche Dauer der Beschäftigung im gleichen Betrieb beträgt nur 5,5 Jahre!


Die folgende Tabelle zeigt die Auswertung der Umfrage in Bezug auf körperliche Beschwerden (IFES. Sonderauswertung für BMASK, 2011)

Neben körperlichen Beschwerden treten aber häufig psychische Beeinträchtigungen auf. Dabei ist Stress bzw. das Gefühl der Überlastung die häufigste Beeinträchtigung; 70 % der Befragten sehen sich dadurch mindestens mäßig belastet. An zweiter Stelle steht das Gefühl der Arbeitsunlust (50%), welches häufig mit erhöhtem Stress in Verbindung steht.


Was sind arbeitsbedingte Fehlbelastungen?

Arbeitsbedingte Fehlbelastungen entstehen dann, wenn die Arbeitsanforderungen und die verfügbaren Bewältigungsmöglichkeiten nicht zusammenpassen. Dieses Ungleichgewicht führt bei längerer Dauer zu gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen. Um dies zu verhindern ist es wichtig, Anzeichen und Auswirkungen von Fehlbelastungen rechtzeitig zu erkennen.Diese Tabelle zeigt die häufigsten psychischen Fehlbelastungen am Arbeitsplatz für Beschäftigte in der Gastronomie- und Hotellerie-Branche laut Arbeitsklimaindex und Gesundheitsmonitor der Arbeiterkammer OÖ (IFES, Sonderauswertung für BMASK 2011).

Die ermittelten Ursachen für psychische Belastungen sind

  • Zeitdruck, Spitzenzeiten mit Personalmangel
  • Überforderung durch Arbeitsmenge, fehlende Einschulung, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten
  • schlecht planbare Arbeits- und Freizeiten, häufige Nachtarbeit, häufige Überstunden
  • "Emotionsarbeit" durch Zwang zur Freundlichkeit auch bei schwierigen Kunden, dauernder Kundenkontakt, mangelnde Rückzugsmöglichkeiten
  • unklare Zuständigkeiten und Aufgaben, fehlende Information, schlechter Führungsstil

 

Die ermittelten Ursachen für körperliche Belastungen sind

  • im Service: Tragen von Geschirr und Tabletts und Getränkekisten, Ein- und Ausräumen von Gläsern in den Spüler, „über den Tisch reichen“ beim Servieren, ungünstige Körperhaltungen, Arbeiten auf beengtem Raum, schlechte Bodenbeschaffenheit, ständig auf den Beinen sein
  • in der Küche: Zu hohe, zu niedrige oder zu kleine Arbeitsflächen, Tragen von schweren Gebinden, Heben und Verschieben von Töpfen und Pfannen, Schneiden und Hacken bei der Zubereitung der Speisen, Zwangshaltungen, stehende Tätigkeit, unzureichendes Schuhwerk
  • im Housekeeping: Beziehen von Betten, Heben und Tragen von Gepäckstücken, Reinigungsarbeiten, nicht ergonomische Arbeitsmittel
  • an der Rezeption: nicht ergonomisch gestaltete Arbeitsumgebung, z.B. niedrige Tischhöhe, user-unfreundliche EDV-Software

wir erarbeiten passende lösungen für sie

Körperliche Belastungen können auf vielfältige Weise reduziert werden, durch Hilfsmittel oder ergonomische Anpassungen. Bei psychischen Belastungen helfen oft Änderungen in der Kommunikation und in der Schulung im Umgang mit Stress. Werden die Mängel behoben, kommen die positiven Aspekte wie gute Teamarbeit, zufriedene Gäste, Lob, gelungenes soziales Miteinander und Arbeitsfreude wieder zum Tragen. Es lohnt sich, diese positiven Ressourcen als solche zu erkennen, nach Möglichkeit zu verstärken und zur Reduktion der negativen Faktoren zu nutzen.

Gemeinsam schaffen wir eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung für Sie und die MitarbeiterInnen Ihres Unternehmens!