Mehr Infos

Faszination Natur – der Canyon Italiens

❤️ YOUR LIFE
Für dich erstellt von Marie

Ich bin auf dem Weg zu den „Lame Rosse“, dem Grand Canyon der Marken (Italien). Die roten Felsen von Fiastra sind einer der faszinierendsten Orte in den Monti Sibillini (und darüber hinaus😊).

Beim „Lago di Fiastra“, einem kristallklaren Stausee, angekommen finde ich einen Parkplatz direkt neben dem Staudamm, den ich überqueren muss. Ich leide an Höhenangst. Bei diesem Ausflug ist genau das meine allergrößte Herausforderung. Die Staumauer ist für meinen Geschmack viel zu schmal. Rechts von mir geht es gefühlte 10 km in die Tiefe. Zu meiner Linken breitet sich der türkisfarbene See aus – ein herrlicher Anblick, der meinen rasenden Puls wieder ein bisschen in Richtung Normalniveau bringt. Sicherheitshalber halte mich immer genau in der Mitte 😂.

Nachdem ich diese Hürde geschafft habe und auf den Wanderweg eingebogen bin, treffe ich auf eine Rangerin des Nationalparks der Sibillinischen Berge. Sie gibt allen Wanderern, die sich auf den Weg zu den Lame Rosse machen, (kostenlose) Hinweise und Tipps. Sie erklärt mir, dass ich

  • einfach immer dem eingeschlagenen Weg folgen soll und mich auf keinen Fall verirren könne,
  • eine gute Stunde bis zum Ziel brauche,
  • mich bei Ankunft immer drei Meter von den Felsen entfernt halten muss, da die Formation nicht fest, sondern immer in Bewegung ist, und laufend Steine herunterfallen,
  • darauf achten muss, wo ich hinsteige. Sie empfiehlt mir, mich nach einem geeigneten Wanderstock umzusehen, der mir vor allem auf den letzten 15 Minuten sehr nützlich sein würde.

Außerdem fragt sie mich, ob ich auch genügend zu trinken dabei hätte. Der Sommer meint es unglaublich gut mit uns – wir haben an diesem Tag 36 Grad und strahlenden Sonnenschein. Da schreit der Körper schon mal nach Wasser.

Nach etwa 10 Minuten, in denen es spannenderweise fast immer bergab geht, folgt ein kurzer steiler Anstieg, der mir zum ersten Mal meine physischen Grenzen aufzeigt. Geschafft! Ab jetzt geht es einfach immer leicht bergauf. Gut drei Viertel des gesamten Wegs führen durch den Wald, was bei den vorherrschenden Temperaturen von Vorteil ist.

Insgesamt ist der Aufstieg ein bisschen anstrengend. Allerdings gibt es auch vierjährige Kinder, die hinauflaufen. Außerdem begegnen mir Frauen nur mit einem Bikini bekleidet (und mit Wanderschuhen an den Füßen). Und Männer, die ihre Kleinkinder im Baby-Gestell auf dem Rücken tragen und dabei noch genügend Luft zum Telefonieren haben. Genauso wie Jogger, die die gesamte Strecke hin und zurück laufen! C´è di tutto (Es gibt alles). Also halte ich durch. Ich will mich ja nicht vor den Kids blamieren🙊

Nach einer knappen Stunde komme ich völlig verschwitzt aus dem Wald heraus und erreiche ich ein kleines Tal. Der weiche Waldboden wird zu einer rutschigen Kieslandschaft, der Weg wird wieder steiler – und der Wanderstock hilfreich.

Und plötzlich ist sie das: die faszinierende, atemberaubende Formation roter Felsen, die inmitten grüner Wälder und steiler Berge im Sonnenlicht erstrahlt. Die Lame Rosse wurden über Jahrmillionen durch Erosion von Regen, Wind und Schnee gebildet, die sich weiterhin kontinuierlich verändern und bewegen. Geologisch sicherlich mega spannend. Aber ich habe im Moment kein gesteigertes Interesse dafür. Für mich ist es jetzt die Zeit für ein ausgiebiges Fotoshooting gekommen.

Es ist 12.30 Uhr, als ich diesen traumhaften, fast unwirklichen Ort wieder verlasse. Auf dem Rückweg sehe ich überall kleine Gruppen von Italienern, die es sich bei einem Picknick gemütlich machen. Unter fast jedem Baum sitzen Menschen und genießen ihre Jause. Il „pranzo a sacco“, also das Mittagessen aus dem (Ruck-) Sack, ist bei den Einheimischen sehr beliebt und fixer Bestandteil eines Ausflugs in die Natur.

Der Rückweg ist nicht ganz so anstrengend, da es vorwiegend bergab geht. Ausgenommen sind die letzten 10 Minuten, in denen es nochmal einen ausgedehnten Anstieg gibt, der mich zur Staumauer zurückführt. Nachdem ich zur Überquerung derselben wieder meinen ganzen Mut zusammengenommen habe, komme ich zurück zu meinem Wagen. Ich befreie mich von den völlig verschmutzten Wanderschuhen und wechsle die verschwitzten Klamotten. Denn jetzt geht es übergangslos hinunter zum türkisblauen See, um den Staub und den Schweiß im klaren sauberen Wasser loszuwerden und mich im Wasser treibend von den Strapazen zu erholen.

Infos & Tipps

  • Mittelschwere Wanderung, Streckenlänge ca. 8 km, Höhenunterschied 350 Meter. Gehzeit gesamt ca. 2,5 Stunden.
  • Aufenthaltsdauer bei den Lame Rosse – bis alle Fotos gemacht sind und die Jause verzehrt ist – ca. 1 Stunde.
  • Feste Wander-/Sportschuhe sind wegen der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit wichtig.
  • NW-Stöcke sind von Vorteil, vor allem im Geröll unterhalb der Felsen und beim Abstieg.
  • Einen Parkplatz gibt es ca. 250 Meter nach dem Staudamm. Außerdem gibt es Ausbuchtungen entlang der Straße, an denen man parken kann.
  • Es gibt keine Toiletten, kein Trinkwasser und keine Verpflegungsmöglichkeiten auf dem Weg.

Lago di Fiastra

In den 1950er Jahren künstlich aufgestauter See, der das größte Wasserkraftwerk der Region mit einer Kapazität von 20 Millionen Kubikmeter Wasser beherbergt.

Der glasklare, türkisfarbene Badesee erstreckt sich über eine Länge von 4 km. Die Zugänge zum See sind nicht gekennzeichnet, das gesamte Ufer ist Freistrand. Nur im Ort San Lorenzo gibt es eine touristische Infrastruktur (Restaurants, Café, Picknickplatz). Achtung: An den Wochenenden wirklich überlaufen.

Eine Karte der Region findest du hier

Happy Life

Glück besteht aus vielen kleinen Momenten, auf die wir selbst Einfluss haben. Wie? Das zeige ich dir in diesem kostenlosen e-Book.

Lade dir wirksame Tipps und Übungen herunter und bring noch heute mehr Leichtigkeit, Freude und Genuss in deinen Alltag.

150 Life-Hacks für Glück

Viele Menschen haben in dieser schwierigen Zeit Angst, Sorgen und eine Extraportion Stress. Sorgenvolle Gedanken, Schlafstörungen, Energie- losigkeit und Frust sind an der Tagesordnung. Es ist Zeit, das zu ändern!

Dann magst du bestimmt auch

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.